Tenzin Gyatso, 14. Dalai Lama


Aufgetürmte Yak-Schädel im Schlachthof
Mein Name ist Geshe Nawang Thapkhe,
ich bin 1969 in Dharamsala, Indien geboren. Mit 9 Jahren ging ich in das Sera- Kloster um Mönch zu werden. Dort durchlief ich die reguläre Ausbildung und beendete diese mit dem Titel " Geshe" (Geshe bedeutet Gelehrter und Geistiger Freund und ist in etwas vergleichbar mit einem Doktor-Titel für Philosophie ).
Seit dem Jahr 2000 lebe ich in Deutschland und bin spiritueller Leiter des Thoesam Ling Zentrum in Erpel bei Bonn. Außerdem bin ich als Gastlehrer in mehreren buddhistischen Zentren in Deutschland unterwegs.
Was war passiert ?
Eines Nachmittags ging ich nach Mysore (Indien) zum einkaufen. Ich hatte vor für meine Familie Fleisch zu kaufen.
Als ich am Fleischmarkt ankam, hörte ich plötzlich eine Kuh laut und heftig brüllen. Ich sah nach woher dieses brüllen kam und ging auf ein zerfallenes Haus zu. Als ich in das Haus hinein blickte, sah ich 5 bis 6 Männer, die um eine Kuh herum standen und die Absicht hatten, diese mit einem Messer zu töten.
Man konnte sehen und hören wiesich das Tier mit aller Kraft gegen seine Schlachtung wehrte - es brüllte und zitterte am ganzen Körper. Es dauerte einige Minuten bis die Kuh starb, es floss dabei sehr viel Blut. Das Tier bäumte sich noch mit durchgeschnittenerKehle gegen sein Todesurteil auf, so dass die Männer gezwungen waren die Kuh gegen den Boden zu drücken, bis sie verblutet war.
Ich litt sehr unter dem was ich sah.
Ich sagte zu mir selbst: Siehe, dieses Tier gibt uns seine Milch und wir Menschen nutzen es aus und nehmen ihm noch zu guter letztdas Leben! Wegen des Geldes und des Geschmacks des Fleisches. Das ist nicht in Ordnung! Die Situation bewegte mich innerlich sehr, es machte mich traurig, dass die Menschen so handelten.
Ich wollte so schnell wie möglich von diesem Ort des Leidens weg. Das Fleisch, das ich vorher beim Metzger bestellt hatte, ließ ich dort. Er rief mir nach:" Ich habe dein Fleisch eingepackt!" Ich ignorierte seinen Zuruf und ging mit tiefer Trauer nach Hause.
Ab diesen Moment gab ich mir das Versprechen nie wieder Fleisch zu essen. Das war 1995 - ich habe es bis heute eingehalten.