Tenzin Gyatso, 14. Dalai Lama

Dieses Schaf wurde vor der Schlachtung gerettet

Die letzten drei Tiere

Bezahlen des Metzgers

1050 Yüan ausgehändigt

Im roten Bus Fahrt zu meinen Verwandten

Die neue Familie
"Rette für mich ein Schaf "
Eine Freundin aus Deutschland gab mir 80 Euro um für sie ein Schaf aus dem Schlachthof freizukaufen, was mich nachdenklich gestimmt hat.
Ich versprach ihren Wunsch zu erfüllen. Ich fand es sehr bemerkenswert das es Menschen gibt, die bereit waren Geld für die Rettung von Tieren auszugeben, was mir aus meinem Kulturkreis auch bekannt ist.
Ich fing an zu grübeln das es nicht nur ausreichend sein kann, Freunde und überhaupt Menschen davon zu überzeugen das sie Vegetarier werden sollen, sondern es gab auch die Möglichkeit ein Tier vor dem qualvollen Tod zu retten.
Einlösen meines Versprechens
In Tibet angekommen, machte ich mich sofort auf den Weg zum Schlachthof. Ich hatte ja ein Versprechen einzulösen. Als ich ankam, waren an diesem Tag nur noch eine Ziege und zwei Schafe übrig geblieben, die auf ihren sicheren Tod warteten.
Sie standen ganz dicht beieinander und machten ein sehr verängstigten Eindruck. Sie hatten ja die Schreie ihrer Artgenossen miterlebt und konnten ihr Blut riechen.
Der Metzger hatte an diesem Tag, wie er mir erzählte, 38 Tiere geschlachtet. Überall war Blut, die Gedärme waren in einem großen Eimer und auf dem Hof türmten sich Unmengen von Gerippen und Schädeln von Yaks.
800 Yüan für die Schafe, 250 für die Ziege
Umgerechnet 800 Yüan ( 80 Euro ) wollte der Metzger für ein Schaf und 250 Yüan (25 Euro) für die Ziege.
Wie versprochen, kaufte ich erstmals ein Schaf frei. Als wir das Schaf aus seinem Stall heraus holen wollten, fing die Ziege an zu zittern. Ich entschloss mich ihr das Leben zu retten. Nun war nur noch ein Schaf übrig. Es lief nervös auf und ab, blöckte wie wild und sah mich mit großen Augen an, als ob es sagen wollte: "Warum lässt du mich hier allein?"
Ich hatte noch Geld bei mir und wollte davon eigentlich Geschenke für die Freunde in Deutschland kaufen. Bei dem Anblick des Schafes dachte ich mir: " sei nicht so geizig - die Leute werden es verstehen wenn ich keine Geschenke mitbringe. Die Geschenke sind nicht wichtig, viel wichtiger ist, dass ich jetzt das Schaf rette."
Der Schlachter wollte das Schaf holen. Es weigerte sich mit ihm zu gehen, so ging ich zum dem armen Tier, küsste es und streichelte es sanft. Es beruhigte sich und legte sich ganz zahm auf den Boden. So hatte ich das Glück an diesem Tag insgesamt drei Tiere retten zu können.
Fahrt zu meinen Verwandten
Wir fuhren die drei freigekauften Tiere mit einem kleinen roten Lieferwagen zu meinen Verwandten. Dort bekamen sie Tsampa (Gerstenmehlspeise) mit Langlebenskügelchen und danach noch ein rotes Band, ein sogenanntes Schutzband, um den Hals - als Zeichen dafür, dass sie von nun an weder geschlachtet noch verkauft werden dürfen.
Unsere drei geretteten Tiere brachten wir schließlich zu einer mir bekannten Nomadenfamilie. Sie werden jetzt jeden Tag zusammen mit anderen Tieren auf den Berg getrieben und kommen am Abend wieder runter ins Tal. Dort können die drei "Geschwister" bis zu ihren natürlichen Tod friedlich weiter leben.
....die Tiere werden derzeit von meinen Verwandten versorgt. Sie kümmern sich um das Futter, um die ärztliche Versorgung der „drei“ Geschwister. Leider sind sie selbst sehr arm und können es sich auf Dauer nicht leisten, die von mir geretteten Tiere mit zu versorgen......
Ich habe viele Bilder von dieser Rettungsaktion gemacht und die Freude der Tiere über Ihr Leben ist darauf für alle ersichtlich.
Mein Ziel war es von nun an
... so viele Tiere wie möglich vor dem Schlachthof zu retten.
Und ich überlegte....
Ob mich wohl Freunde und Bekannte dabei unterstützen, so dass wir viele Yaks, Schafe oder Ziegen und andere Tiere retten können und diese bis zu ihren natürlichen Tod friedlich weiterleben können? Die Schlachter töten die Tiere sehr brutal. Es gibt in Deutschland eine Menge Menschen die sich aktiv für den Tierschutz einsetzen, Vereine gründen um Tieren und Mensch in der Not zu helfen. Wieso sollte man so etwas nicht auch für Tiere in Tibet aufbauen können? Mit Hilfe von Freunden und Bekannten und all den Menschen die Interesse am Tierschutz haben? Die Tiere selbst können nicht sprechen um ihren Wunsch ,weiterzuleben, Ausdruck zu geben.
I ch habe ihren Todeskampf bei der Schlachtung erlebt, wie sie am ganzen Körper zitterten und brüllten, ein Ausdruck : "Wir wollen nicht Sterben !! Wir wollen nicht den Schmerz ertragen den ihr Menschen uns zufügt. Wir haben Euch alles kostbare gegeben und ihr nehmt uns auch noch unser Leben, das letzte was wir noch besitzen.
Nun bekann die Suche nach Tierfreunden
In Deutschland angekommen, erzählte ich Freunden und Bekannten von meiner Rettungsaktion der drei " Geschwister" in Tibet. Und dass ich gerne mit Hilfe von Freunden eine Organisation aufbauen möchte, die sich einsetzt für die Errettung von Tieren in Tibet vor der qualvollen Schlachtung. Freunde und Bekannte haben sich bereit erklärt, mich bei der Organisation und bei allen anfallenden Arbeiten nach ihren Möglichkeiten zu unterstützen.
Mein Mitgefühl für die Tiere und Euer Mitgefühl für Tiere in Tibet kann nun wirkliche Gestalt annehmen. Ich bin ein Mönch, ein geistiger Freund, immerzu mache ich aus tiefsten Herzen gute Wünsche für alle Lebewesen die es gibt und ich bin so unendlich dankbar erfahren zu dürfen, dass es viele Mitfühlende Menschen auf der Welt gibt und ohne Sie – ja auch Sie mein lieber, lieber Freund, der Du gerade hier liest, könnten wir es nicht schaffen und so manchem Tier in Tibet eine schönes Zuhause geben.